• Springe direkt zum Inhalt (Drücke die Enter Taste).
  • Home
  • Produktionsprogramm
  • Aktuelles
    • Produktnews
  • Das Unternehmen
  • Service
  • Vertriebspartner
  • Kontakt
  • Impressum
  • English (UK)
  • Deutsch

Telefon: +49 (0) 661 / 250 53-0
Telefax: +49 (0) 661 / 250 53-20

Wir stellen aus!

Details
Dienstag, 03. April 2012
GEOFLUID
 
3.–6. Oktober
Geofluid Drilling & Foundations 2012
Piacenza / Italien
 
 
 
VOEBU
 
24.–25. Januar 2013
8. Fachausstellung Grundbau und Brunnenbau & 9. Österreichische Geotechniktagung
Wien / Österreich
 
 
 
BAUMA
 
15.–21. April 2013
Bauma 2013
München

Aschaffenburger Baufirma und Sysbohr springen bei Autobahnausbau ein

Details
Donnerstag, 22. September 2011

Rammbohrsystem

Rammbohrsystem

Rammbohrsystem

Mit Netz und Pfählen gegen rutschenden Hang

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2011, Nr. 83, S. 62

An der Autobahn 3 muss eine instabile Böschung aufwendig fixiert werden. Auch durch dieses Vorhaben wird der Ausbau der Schnellstraße deutlich teurer als geplant.

as. KREIS ASCHAFFENBURG. Im vergangenen Jahr war ein Erdhang an der Autobahn 3 bei Waldaschaff ins Rutschen geraten. Die Arbeiten für den sechsstreifigen Ausbau der Autobahn wurden daraufhin an dieser Stelle sofort eingestellt, und es wurde an einem Sanierungskonzept „getüftelt“, so Jens Ehmke, Leiter der Dienststelle Würzburg der Autobahndirektion Nordbayern. Die Lösung, die gefunden wurde, mutet ein wenig skurril an. Der Hang wird auf einer Breite von 300 Metern mit fast 3000 Zementpfählen quasi in den Felsen genagelt. Ende Februar haben die Arbeiten begonnen. Sie werden sich bis Juli hinziehen.

Der rutschende Erdhang ist nicht die einzige Schwierigkeit, mit· der die Autobahndirektion zwischen Bessenbach und Waldaschaff zu kämpfen hat. In Richtung Bessenbach droht Ungemach von bröckelnden Hängen, die nun mit einem gewaltigen Stahlnetz gesichert werden sollen. 1000 bis zu fünf Meter lange Anker sind nötig, um dieses 9 000 Quadratmeter große Netz zu befestigen. Überhängende Teile müssen Ehmke zufolge weggeräumt werden, um zu verhindern, dass sie auf die Fahrbahn stürzen. 75 Millionen Euro sollte die Erweiterung der A 3 in dem 7,3 Kilometer langen Abschnitt von Hösbach bis östlich der Kauppenbrücke kosten. Diese Summe wird nicht zu halten sein. Ehmke spricht von „erheblichen Mehrkosten“, die derzeit ermittelt würden. Eine konkrete Summe nannte er nicht. Allein die Stabilisierung der Böschung mit Zementpfählen schlägt mit 5,4 Millionen Euro und das Stahlnetz mit einer weiteren Million Euro zu Buche.

Der rutschende Hang hat auch den Zeitplan durcheinandergewirbelt. Ursprünglich sollten Autofahrer in Richtung Würzburg schon Ende vergangenen Jahres über die neue Kauppenbrücke rollen können. Sie müssen sich gedulden und voraussichtlich noch mehrere Monate über die engen Baustellenspuren quälen. Die Strecke soll zwar wie geplant Ende dieses Jahres für den Verkehr freigegeben werden. Aber im nächsten Jahr wird sie noch einmal gesperrt werden, um Restarbeiten wie die Errichtung des Lärmschutzwalls oder den Einbau lärmmindernder Asphaltdecken durchzuführen.

Die Probleme an der A 3 haben die Autobahndirektion offensichtlich überrascht. Der Dienststellenleiter wirkt ein wenig ratlos, wenn er beantworten soll, was die Ursachen sind. Natürlich sei der Boden untersucht worden, bevor man den Hang „angeschnitten“ habe. Im Juni 2010 zeigten sich erstmals an der Hangkante Risse. Rund 1000 Kubikmeter Erde rutschten Ehmke zufolge einen Meter nach unten in Richtung der Autobahnbaustelle. Daraufhin seien noch intensivere Bodenerkundungen durchgeführt worden. „Aber im Grund genommen konnten wir nur feststellen, dass sich dieser Boden anders als erwartet verhält“, sagt Ehmke. Zwischen Waldaschaff und Bessenbach ist das Erdreich nach seinen Worten mal weich wie Matsch und ein andermal hart wie ein Fels. Dies führte sogar zu Problemen bei den Sprengungen.

Anfang Februar war das Sanierungskonzept fertig, und die Arbeiten begannen. Bohrmaschinen treiben seitdem bis zu 25 Meter lange Löcher durch die Böschung bis in den Felsen hinein. In diese werden Metallstäbe eingebracht und die Löcher anschließend mit Zement verfüllt. Es sollen insgesamt 2650 dieser Nägel in einem Raster von einem bis anderthalb Meter angebracht werden. Die Gesamtlänge beläuft sich auf 38 Kilometer.

Fest steht, dass eine der Ursachen des rutschenden Hangs ausgetretenes Wasser ist. Es führt dazu, dass das Erdreich auf einer wasserführenden Schicht nach unten gleitet. Um dies künftig zu verhindern, werden an der Hangkante 50 sogenannte Schluckbrunnen im Durchmesser von 60 Zentimetern 15 bis 25 Meter tief bis in durchlässigen Boden gebohrt. Sie werden mit Schotter verfüllt, so dass das Wasser ungehindert abfließen kann.

Die Autobahndirektion hatte die neue, fast einen halben Kilometer lange Kauppenbrücke samt Trasse auf Wunsch der Gemeinde Waldaschaff um etwa 300 Meter verschoben, um die Lärmbelastung der Einwohner zu mildern. Die Frage, ob die Schwierigkeiten nur wegen der neuen Streckenführung aufgetaucht seien, verneint Ehmke. Nach seinen Angaben befindet sich der rutschende Hang an einer Stelle, an der die Trasse erst 35 Meter von der alten abgerückt wurde. Probleme seien unvermeidbar gewesen. „Denn wir hätten diesen Hang in jedem Fall ‚anschneiden’ müssen“, sagt er.

 
© 2012 Sysbohr GmbH